
Eigentlich stellt man sich den Beruf „Lehrer“ nicht schwierig vor – schließlich klingt die Aufgabe „Kindererziehung“ erst einmal nicht so anstrengend. Ist es aber!
Wochenlange Vorbereitung, Erstellen von Arbeitsblättern, Planung von „Unterricht“, immer die Nerven bewahren – okay, so schlimm wie das jetzt klingt, war es auch nicht.
Eigentlich hatten wir, der NaWi-Kurs der zehnten Gymnasialklassen, wirklich viel Spaß!
Da wir bereits Erfahrung mit dem Umgang mit Kindern im letzten Jahr gesammelt hatten, fiel es uns diesmal leichter, kindgerechte Themen auszusuchen. In Büchern und im Internet fanden wir Versuche, die zu unseren Leitgedanken passten und für Fünftklässler geeignet waren. Um niemanden zu gefährden, testeten wir die Experimente vorher und konnten gleich einige davon ausschließen.
So entstanden Stationen, die die verschiedensten Themenbereiche ausfüllten:
„Ton, Klang, Geräusch und Knall“ beschäftigte sich zum Beispiel mit der musikalischen Ebene, hier lernten die Kinder etwas über Schallwellen und die Schwingung von Gegenständen. Bei den „Fünf Unbekannten“ arbeiteten die Kinder mit dem Bunsenbrenner, erhitzten Stoffe und konnten anhand deren Eigenschaften bestimmen, um welchen Stoff es sich handelte.
Einen ganz anderen Weg schlug die Station „Auf Spurensuche“ ein: Hier konnten die Kleinen einen ersten Blick auf die Aufgaben der Polizei werfen und Fingerabdrücke untersuchen, Briefe mit „Geheimtinte“ schreiben und anhand der Zusammensetzung der Farbe von unterschiedlichen Stiften den Schreiber eines Briefes erkennen.
Auch den Umgang mit Strom lernten die Kinder an der Station „Magnetismus“, hier wurden Stromkreise mit Magneten aufgebaut, Magnetfelder mit Eisenspänen und Haarspray „gemalt“ und ab und zu hörte man das laute Schrillen einer Klingel, deren Funktionsweise vorher besprochen wurde.
Selbstverständlich gab es noch einige andere Stationen, doch der Artikel wäre zu lang, würden wir alle erwähnen.
Zu sagen, die Kleinen hätten immer auf uns gehört, wäre gelogen, aber meistens schienen wir doch Respektspersonen zu sein. Die Kommunikation zwischen Fünft- und Zehntklässler war von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich, hier war es vor allem wichtig, Kompromisse einzugehen und nicht nur stoisch den Unterricht abzuhandeln. Natürlich hatten auch wir manchmal keine Lust darauf, schon in den ersten zwei Stunden mit teilweise sehr störrischen Schülern zu arbeiten – jede Medaille hat aber zwei Seiten und hier überwog meistens die gute.
Durch diese Aufgabe wurden wir näher an den Lehreralltag herangeführt und wir müssen gestehen, dass uns (auch unsere) Lehrer in so mancher Hinsicht leidtun. Als Einzelperson vor einer Gruppe Minderjähriger unterrichten zu müssen entpuppte sich als eine echte Herausforderung. Allerdings ist es gut zu wissen, dass die Fünftklässler von uns alten Hasen etwas lernen konnten und dass es auch ihnen Spaß gemacht hat.
Leider – denn wir werden es tatsächlich vermissen, Freitags am frühen Morgen sofort abrufbar und gut gelaunt sein zu müssen – geht auch dieses Jahr, unser letztes an der Albert-Schweitzer-Schule, zu Ende. Trotz so manchen Rückschlägen war das Projekt ein voller Erfolg, der auch uns viel gebracht hat und an den wir uns noch oft erinnern werden.
Anne und Sarah G 10a